Lookentwicklung

„Look ist dann, wenn Du beim Zappen hängen bleibst“

Das meinte einst etwas salopp ein befreundeter Regisseur. Im Prinzip hatte er ja recht: Der „Look“ eines Kino- oder Fernsehfilmformates ist seine Visitenkarte. Denn im Einklang mit dem Inhalt soll die visuelle Umsetzung den Zuschauer innerhalb kürzester Zeit fesseln und halten. Doch welche Parameter und Tools stehen einer kreativen Bildgestaltung überhaupt zur Verfügung?

Der Kameramann ist und bleibt der erste Zuschauer des Filmes,- das war schon immer so und gilt auch noch heute. Im Zeithalter von 4K- und RAW-Aufzeichnung ist dieses Privileg nicht mehr ganz so exklusiv, trotzdem ist der lichtsetzende Kameramann weiterhin „das Auge“ der Produktion, hält die Gesamtverantwortung für Bild- und Lichtgestaltung und prägt so das Aussehen bzw. den Stil des späteren Films. Dieses visuelle Gesamtkonzept wird gerne mit dem englischen Begriff „Look“ bezeichnet und fasst die technisch-kreative Gesamtgestaltung in einem Wort zusammen.

 

 

Die Lookfindung für einen Film kann nur Minuten dauern oder sich über Monate der Drehvorbereitung erstrecken. Ziel ist jedoch immer eine „visuelle Einheit“ über verschiedene Gewerke und mehrere Departments hinweg zu erschaffen. Dabei ist meist eine enge Kooperation zwischen Kamera, Licht, Szenenbild, Kostüm- Maskenbild gefragt. Szenenbilder Ken Adam meinte dann auch einst: „Film ist die totale Zusammenarbeit, die einzige wirklich kollektive Kunstform“. Denn in Verantwortung gegenüber dem Stoff, dem Genre und dem Drehbuch soll in Kooperation ein einheitliches Gesamtwerk erschaffen werden.

Aber „anders sein“, nur um eben „um anders zu sein“ macht keinen Sinn. Die Aufgabe eines DoPs muss es weiterhin sein, den Inhalt sinnverdichtet visuell umzusetzen. Denn „Look“ ist dann, wenn Du gar nicht erst dazu kommst, zappen zu wollen…“

 

Zwei Grundlagenartikel von DoP Matthias Bolliger zum Thema „Old school /new school,- analoge und digitale Lookentwicklung“ sind in der Fachzeitschrift „Zoom – Das Magazin der Filmemacher“ in den Ausgaben 02/2013 sowie 03/2013 erschienen.