Ästhetik & Bildsprache
Lookentwicklung für Visual Storytelling
Bilder sind niemals neutral. Kadrierung, Perspektive, Licht, Farbe, Optik, Bewegung, Textur und Blocking entscheiden mit darüber, wie wir Figuren, Räume und Konflikte wahrnehmen. In einer Zeit nahezu unbegrenzter digitaler Werkzeuge, vorgefertigter Looks und KI-basierter Visualisierung wird deshalb nicht die Zahl der Möglichkeiten zum entscheidenden Kriterium, sondern die Fähigkeit, gestalterische Entscheidungen aus einer Geschichte heraus zu entwickeln und präzise zu begründen.
Der Workshop – wofür?
Für mich gilt: Inhalt sucht und definiert seine Form. Ein Look ist keine dekorative Oberfläche, sondern Teil der Dramaturgie. Ausgangspunkt ist die emotionale Perspektive einer Szene: Wessen Erfahrung teilen wir? Was soll das Publikum fühlen, wissen oder zunächst nicht wissen? Das Seminar vermittelt Bildsprache deshalb als erzählerisches System. Die Teilnehmenden lernen, Wirkung zu analysieren, eine visuelle Haltung zu formulieren und diese im Dialog mit Regie, Szenenbild, Kostüm, Schauspiel, Licht, VFX und Postproduktion in ein konsistentes Look-Konzept zu übersetzen.
Lernziele und Arbeitsweisen
Visual Storytelling beginnt mit Wahrnehmung und wird durch Gestaltung konkret. Learning by Doing verbindet im Seminar Analyse, praktische Tests, Präsentation und gemeinsame Reflexion. Ziel ist nicht die Reproduktion eines vorgegebenen Stils, sondern eine eigenständige, nachvollziehbare und unter realen Produktionsbedingungen tragfähige Bildsprache.
„What is the emotion of the scene – and what form makes it visible?”

Themenfelder „Ästhetik & Bildsprache“:
Entwicklung einer Looktool-Box
• Was ist Look und welche Parameter definieren Look im filmischen Bereich?• Diverse Praxisbeispiele zur Einführung (Filmbeispiel-Archiv).
• Diskussion in der Gruppe.
• Auswahl, Präsentation und Diskussion je eines dokumentarisches und szenisches Beispiels anhand der erarbeiteten Parameter durch die StudentInnen.
Entwicklung eines Look-Konzeptes und dessen Präsentation
• Beispiele der Lookentwicklung anhand der Looktool-Box (Praxisbeispiele des Dozenten)
• Praxisübung: Definierte Szene anhand vorab definierter Lookparameter auflösen, planen und drehen (freie Formatwahl, Ziellänge 1-3 Min).
• Screening und Auswertung
• Ausblick Lookentwicklung für Serienformate
Empfohlenes Format: Drei Präsenztage mit Grundlagen, Kameraübungen, Szenenarbeit und gemeinsamer Auswertung; ideal für 6 bis 12 Teilnehmende. Als kompakte Variante sind zwei Tage möglich, als vertiefendes Kamera-Lab vier bis fünf Tage.