Real-Word Lighting
Cineastische Licht-, Schatten- und Farbgestaltung
„Film ist Licht“ meinte einst Altmeister Federico Fellini über das Wesentliche am Filmemachen und
in der Tat, erst eine entsprechende Licht- & Farbgestaltung lenkt die Aufmerksamkeit des Zuschauers im Bild. Eine glaubwürdige Lichtwelt entsteht dadurch jedoch nicht automatisch. Real-World Lighting beginnt mit dem vorhandenen Raum: mit Fenstern, Practicals, Tageszeit, Materialität und der Bewegung der Figuren. Diese Bedingungen werden nicht verdeckt, sondern gelesen, geformt und zu einer präzisen filmischen Atmosphäre verdichtet.
Der Workshop – wofür?
Für mich gilt: Inhalt sucht und definiert seine Form. Licht ist keine Dekoration, sondern Dramaturgie. Es lenkt Aufmerksamkeit, ordnet Raum, macht Zeit und Milieu spürbar und bestimmt, wie nah wir einer Figur kommen. Das Seminar fragt deshalb nicht zuerst: Welche Lampe brauchen wir? Sondern: Was erlebt die Figur, was soll sichtbar werden – und was darf im Dunkeln bleiben? Ziel ist eine Lichtgestaltung, die logisch aus dem Raum wachsen kann und zugleich den emotionalen Aussagewunsch der Szene präzise unterstützt.
„Light should feel inevitable – even when every detail has been designed.”
Lernziele und Arbeitsweisen
In „real word lighting“ soll Licht- & Schattengestaltung an realen Sets ausprobiert und erfahren werden. Von ersten Schritten in reduzierten Schwarz-Weiß-Stillleben über Farb-Portraits bis hin zu einer Bewegtbildübung mit cineastischer Farbgestaltung, definieren den Kurs.
- Schwarzweiss-Fotoübung: „Table-top – Stilleben“

- Farb-Fotoübung: „Portrait-Licht“

- Bewegbildübung „Licht als erzählerisches Mittel“

Auf folgende Punkte fokussiert sich der Workshop:
- Grundlagen Licht- & Schattenführung
- Funktionen von Leuchtmittel & Lampentypen
- Lichtmodellierung
- Lichtdiffusion & Kontrolle weicher Lichtquellen
- Negativ-Lighting
- Reflektorensysteme
- Augenlicht
- Lens flares
- Fotografische Stile / Kontrastdefinition
- Fotografische vs filmische Lichtgestaltung
- Einsatz von „practicals“ am Set
- Narrative Funktion der Lichtgestaltung
- Logische vs. dramatische Lichtgestaltung
- Licht im Filmgenre
- Charakterprägung und Lichtsymbolik
Empfohlenes Format: drei Präsenztage mit Analyse, Lichtübungen und szenischer Umsetzung; ideal für 6 bis 12 Teilnehmende. Fünf Tage ermöglichen eine umfangreichere Motivarbeit, zusätzliche Farb- und Tageszeitvarianten sowie eine vertiefte Auswertung.