Camera Acting
Freiheit, Präsenz & Präzision vor der Kamera
Wer hat Angst vor der Kamera, dem unbekannten Wesen? Unsicherheit entsteht häufig dort, wo Abläufe und Bildwirkung unklar bleiben. Die Kamera zeichnet Schauspiel nicht einfach auf. Kadrierung, Brennweite, Abstand, Bewegung, Licht, Schärfe und Schnitt übersetzen eine Performance in eine konkrete Zuschauererfahrung. Das Seminar macht diesen Prozess lesbar – nicht, um Spiel zu technisieren, sondern um vor der Kamera freier, präziser und mutiger handeln zu können
Der Workshop – wofür?
Für mich gilt: Inhalt sucht und definiert seine Form. Darstellung und Abbild entstehen deshalb nicht getrennt voneinander. Eine intime Nahaufnahme verlangt nicht einfach „weniger“, sondern eine andere Präzision als eine Totale; ein Blick neben die Optik erzeugt eine andere Beziehung als ein direkter Blick; ein wiederholter Take muss lebendig bleiben und zugleich schnittfähig sein. Die Teilnehmenden erfahren die Kamera als Spielpartner. Sie lernen, technische Rahmenbedingungen zu verstehen, eigene Bedürfnisse klar zu kommunizieren und Präsenz, Körper, Stimme und inneren Vorgang bewusst in da jeweilige Bild zu übersetzen.
„You do not play smaller for the camera – you play more precisely for the frame“.
Lernziele und Arbeitsweisen
Camera Acting verbindet Wahrnehmung, handwerkliches Wissen und szenische Praxis. Learning by Doing bedeutet: spielen, aufzeichnen, ansehen, verändern und erneut spielen. Feedback richtet sich nicht auf Selbstoptimierung oder ein vermeintlich „richtiges“ Aussehen, sondern auf Aussage, Beziehung, Lesbarkeit und die emotionale Wirkung der Szene.

Themenfelder „Camera Acting“:
• Selbstwahrnehmung vs. Kamerawahrnehmung (wer bin ich und wie wirke ich?)
• Spielen in Einstellungen, Auflösung: Master und Coverage (wie bin ich, wann zu sehen?)
• Szenische Hilfsmittel am Set, Arbeiten mit Requisite
• Filmisches Storytelling (gestalterische Aspekte kennen lernen)n
• Szenisches Spiel für Film und Video, Praxisübungen
• Kommunikation und typische Abläufe am Filmset (wer will was von mir, an wen wende ich mich für was?)
• Video-Feedback und Spiel-Analyse im Bewegtbild
Empfohlenes Format: Drei Präsenztage mit Grundlagen, Kameraübungen, Szenenarbeit, Self-Tape und gemeinsamer Auswertung; ideal für 6 bis 12 Teilnehmende. Als kompakte Variante sind zwei Tage möglich, als vertiefendes Schauspiel-Kamera-Lab vier bis fünf Tage