Visual Storytelling in HDR

Licht, Kontrast und Farbe als dramaturgischer Spielraum

HDR ist nicht einfach heller und bunter. High Dynamic Range erweitert die Möglichkeiten, Licht, Schatten, Farbe, Materialität und räumliche Tiefe bewusst zu gestalten. Moderne Kameras erfassen seit Jahren große Dynamikumfänge; entscheidend ist, ob diese im fertigen Bild als erzählerischer Mehrwert sichtbar werden. Das Seminar verbindet gestalterische Analyse, technische Grundlagen, On-Set-Monitoring und Postproduktion zu einem durchgängigen Workflow von der ersten Bildidee bis zum finalen Master.

Der Workshop – wofür?
Für mich gilt: Inhalt sucht und definiert seine Form. HDR wird deshalb nicht als technischer Effekt, sondern als kreatives Werkzeug des Visual Storytelling verstanden. Im Zentrum steht das Light Scripting: Wie verteilen wir Helligkeit, Farbe und Aufmerksamkeit über eine Szene? Wann sollen Fenster, Reflexionen, Haut, Practicals oder tiefe Schatten dominieren – und wann bewusst zurücktreten? Die Teilnehmenden lernen, den erweiterten Kontrast- und Farbraum früh in Lookentwicklung, Lichtsetzung, Belichtung, Ausstattung und Grading einzubeziehen.

„Gutes HDR ist nicht heller, sondern dynamischer.“

 

Lernziele und Arbeitsweisen

Die Teilnehmenden entwickeln aus einer kurzen Szene eine belastbare HDR-Strategie. Sie definieren zunächst dramaturgische Absicht, Zielplattformen und Deliverables, planen Kamera- und Screentests und prüfen die Wirkung in HDR und SDR. On-Set-Monitoring, Waveform und Spotmeter werden nicht als technische Kontrolle allein, sondern als Werkzeuge zur Bewahrung der kreativen Absicht eingesetzt. Die praktische Arbeit mündet in einem HDR-Hero-Master und einer nachvollziehbaren SDR-Ableitung.

Themenfelder „Visual Storytelling in HDR“

  • HDR als erweitertes Werkzeug für Licht-, Schatten- und Farbgestaltung: mehr Differenzierung statt pauschal mehr Helligkeit
  • Light Scripting, visuelle Hierarchie und emotionale Dramaturgie: Ruhe, Akzent, Brillanz, Tiefe und kontrollierte Dunkelheit
  • diffuse Whites, Specular Highlights, Color Volume, gesättigte Lichtquellen, Materialität, Reflexionen und wahrgenommene Schärfe
  • On-Set-Workflow: Viewing Environment, HDR-Hero-Monitor, Waveform/Nits, False Color, Spotmeter und parallele SDR-/HDR-Vorschau
  • Kamera und Look: Log/RAW, mindestens 10 Bit, Wide Gamut, Exposure Index, log-to-log Show-LUT und PQ-P3-D65-Monitoring
  • Post und Delivery: Color Management, HDR-Hero-Master, Dolby Vision, SDR-Mapping, Kino-/Streamingvarianten und kreative Abnahme

 

Empfohlenes Format: Drei Präsenztage für 6 bis 12 Teilnehmende; adaptierbar als eintägige Masterclass oder vertiefendes fünftägiges HDR-Lab.