Virtual Production (ICVFX)

Kamera, Licht und Raum als gemeinsamer, reaktiver Bildraum

Virtual Production ist eine erweiterte Form filmischen Denkens. Reales Szenenbild, digitale Welt, Kamera, Licht, Performance, Tracking und Echtzeit-Visualisierung verschmelzen zu einem gemeinsamen Raum und können miteinander interagieren. Die Kamera wird dabei zur Schnittstelle zwischen physischem und virtuellem Raum; der Hintergrund ist nicht mehr nur Kulisse, sondern ein veränderbarer, live reagierender Teil des Bildes. Damit verändert Virtual Production nicht nur, wie wir produzieren, sondern auch, wie wir Bilder denken.

Der Workshop – wofür?

Für mich gilt: Inhalt sucht und definiert seine Form. Das Seminar untersucht deshalb zuerst, wann reales Motiv, gebautes Set, Chroma Key, Plate, LED-Volume oder eine hybride Lösung die Geschichte am glaubwürdigsten trägt. Im Zentrum steht die Leitfrage: Was passiert mit Kameraarbeit, wenn der Raum selbst live ist? Kamera, Raum, Licht und Performance werden nicht getrennt, sondern als eine visuelle Wirklichkeit entwickelt. Production Design, Kamera und VFX arbeiten von Beginn an gemeinsam – als kollaborative Cinematography.

„Entscheidend ist nicht, ob ein Bild real oder virtuell ist, sondern ob es visuell und räumlich glaubwürdig ist.

Lernziele und Arbeitsweisen

Die Teilnehmenden entwickeln aus einer kurzen Szene eine belastbare Virtual-Production-Strategie. Sie lernen, künstlerische Absicht, räumliche Planung und technische Machbarkeit früh zusammenzuführen. Previs visualisiert Inszenierung und Atmosphäre. Der Grundsatz lautet: Analog first – digital follows. Nur was im realen Vorder- und Mittelgrund an Materialität, Textur, Licht und räumlicher Staffelung funktioniert, lässt sich überzeugend in die digitale Welt weiterführen.

Themenfelder „Virtual Production (ICVFX)“

  • Kollaborative Cinematography: Kamera, Production Design, VFX, Licht und Performance als gemeinsamer Gestaltungsprozess
  • Analog first: Vorder-/Mittelgrund, Materialität, Oberflächen, Texturen, Practicals, Reflexionen, Haze und Wind
  • Regie im Raum: visuelle Kontinuität, Blocking, Staging, Tiefenstaffelung, Parallaxe, Blickführung und reaktive Spielräume
  • Visual Development, Virtual Scouting, Previs, Techvis, VAD, Asset-Workflow und KI-Concepts mit geklärten Bildrechten
  • Tracking, Lens Metadata/Calibration, Inner/Outer Frustum, Off-Axis Projection, Genlock, Timecode, Latenz und Rendering
  • LED als Bild- und Lichtquelle: Spektrum, Hauttöne, Reflexionen, Schwarzwert, Kontrast, Moiré, Scan/Refresh und Final Pixel

 

Empfohlenes Format: Drei Präsenztage für 6 bis 12 Teilnehmende; vertiefend als ICVFX-Lab fünf Seminartage