Immersive Media
Raumbildgestaltung in Stereo 3D, VR/360°, XR & Spatial Computing
Film erzählt traditionell innerhalb eines Rahmens. Immersive Medien verändern diese Ordnung: Das Publikum blickt nicht nur auf ein Bild, sondern wird in einen Raum versetzt, kann sich orientieren, bewegen oder selbst Teil der Handlung werden. Stereo 3D, Fulldome, VR/360°, AR/MR, Spatial Video, volumetrische Aufnahme und Echtzeitwelten eröffnen neue Möglichkeiten – aber nur, wenn ihre Form aus der Geschichte entsteht. Das Seminar untersucht, wann räumliche Bildgestaltung einen dramaturgischen Mehrwert schafft und wann sie bloß technische Attraktion bleibt.
Der Workshop – wofür?
Für mich gilt: Inhalt sucht und definiert seine Form. Immersion entsteht nicht automatisch durch 360 Grad oder ein Headset. Sie entsteht aus einer bewusst gestalteten Beziehung zwischen Figur, Raum, Zeit und Publikum. Wo befindet sich der Betrachter? Was darf er entdecken? Wie wird Aufmerksamkeit geführt, wenn der klassische Bildrahmen fehlt? Welche Rolle spielen Maßstab, Tiefe, Bewegung, Blickrichtung und räumlicher Ton? Die Teilnehmenden lernen, immersive Formate nicht vom Gerät her zu denken, sondern von Wahrnehmung, Perspektive und emotionaler Erfahrung.
„The frame may disappear – authorship does not.”

Lernziele und Arbeitsweisen:
Immersive Media verbindet klassische Bildgestaltung mit räumlichem Denken und neuen Produktionsformen. Learning by Doing bedeutet: analysieren, im Raum planen, prototypisieren, im Zielmedium erleben und iterativ verbessern. Entscheidend ist nicht technische Komplexität, sondern eine klare Zuschauerposition und eine Form, die Inhalt, Komfort und Produktionsrealität verbindet.
Themenfelder „Immersive Media“:
- Immersion, Präsenz, Verkörperung, Agency und Point of View
- Stereo 3D: Stereobasis, Konvergenz, Parallaxe, Tiefenbudget und Sehkomfort
- VR/360°: Position, Horizont, Stitching, Licht, Bewegung und räumlicher Schnitt
- Aufmerksamkeitsführung durch Inszenierung, Blick, Licht, Bewegung und Spatial Audio
- Fulldome, Großprojektion, Installation und Multi-Screen
- AR/MR, Spatial Video und Spatial Computing
- Volumetric Video, Photogrammetrie, Light Fields, NeRF und Gaussian Splatting
- Echtzeit-Engines, Interaktion, Workflow, Distribution, Ethik und Barrierefreiheit
Empfohlenes Format: Drei Präsenztage mit Grundlagen, Analyse, räumlicher Konzeption, Praxistests und Auswertung; ideal für 6 bis 12 Teilnehmende. Als kompakte Einführung sind zwei Tage möglich, als vertiefendes Immersive-Storytelling-Lab vier bis fünf Tage